Das Statut sowie die Geschäftsordnung der Steirischen Volkspartei in aktueller Fassung.
Schulleiterin Barbara Gmeiner, Imam Fikret Fazlić und Schulleiter Christian Klar diskutieren über Religion und Demokratie
(Graz, 1. Oktober 2026) – Ein höchst aktueller und mit Spannung erwarteter SteirerTalk fand am Mittwoch, den 30. September 2026 in der Landesparteizentrale der Steirischen Volkspartei am Grazer Karmeliterplatz statt. Vor mehr als 100 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern stand die fünfte Ausgabe des neuen Formats unter dem Titel „Politischer Islam – wie viel Religion verträgt unsere Gesellschaft?“ Am Podium diskutierten dazu die Direktorin der Grazer Volksschule Bertha von Suttner, Barbara Gmeiner, der Imam des Islamischen Kulturzentrums Graz und Religionslehrer Fikret Fazlić sowie der Leiter der Franz-Jonas-Europaschule in Wien, Christian Klar. Eröffnet wurde der SteirerTalk von Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom. In einer kurzweiligen, 90-minütigen Diskussion markierten die drei Diskutanten ihre Standpunkte, brachten ihren persönlichen Erfahrungsschatz dem Publikum näher und tauschten Argumente aus. Auch die Zuhörerinnen und Zuhörer hatten die Möglichkeit, Fragen an das Podium zu richten.

Landesgeschäftsführer Georg Preßler betonte: „Die Steirische Volkspartei steht seit jeher für einen offenen Diskurs. Auch bei diesem Thema braucht es Diskussionen, die differenzieren, zuhören und auch schwierige Fragen nicht aussparen.“ Der SteirerTalk schafft die Plattform für die Diskussion über gesellschaftlich relevante Themen.

Schule und Religion: Wie gehen Schulen mit religiös beladenen Konflikten um?
Ein erster Anknüpfungspunkt dieses SteirerTalks war der Umgang von Schulen mit religiös beladenen Konflikten. Volksschuldirektorin Gmeiner betonte, dass Konflikte mit religiösem Hintergrund an Ihrer Schule Realität seien. Hinsichtlich des Kopftuchverbotes für unter 14-jährige Mädchen, welches seit 1. September in österreichischen Schulen gilt, sagte Gmeiner, dass nicht das Kopftuch an sich das Problem sei, sondern vielmehr das System, das dahinterstehe. Für die Direktorin ist die Schule ein gemeinsamer Ort der Struktur und der Sicherheit, insbesondere mit Vertretern der Islamischen Glaubensgemeinschaft gebe es aber immer wieder Schwierigkeiten.
Positiv hob auch Schulleiter Klar das Kopftuchverbot hervor: „Für mich hat man Respekt vor der Schule. Daher wissen Schülerinnen und Schüler bei mir, dass sie weder in Jogginghose oder Militärkleidung kommen, noch mit Kopfbedeckungen. Für das Kopftuch gibt es jetzt bei unter 14-jährigen Mädchen eine klare Regelung. Wir sehen, dass das Zusammenleben in unserer Schule jetzt offener und freier ist – das ist der richtige Weg.“
Imam Fazlić, der selbst drei Jahre lang auch als Religionslehrer in Graz tätig war hielt dem entgegen: „Ich sehe Vielfalt nicht als Herausforderung, sondern als Chance, davon lebt unsere Demokratie. Zwischen verfassungswidrigen Straftaten und einer verfassungsmäßig garantierten Religionsfreiheit müssen wir jedoch eine klare Grenze ziehen.“ Gleichzeitig kritisierte Fazlić das Kopftuchverbot: „Viele muslimische Eltern haben die Hoffnung, dass dieses Gesetz gekippt wird. Es handelt sich um mehr als bloß ein Stück Kopftuch, es geht darum, jungen Mädchen Raum zu geben, sich zu artikulieren.“
Politischer Islam und gemeinsame Werte
Zur Forderung eines verfassungsgesetzlichen Verbotes des politischen Islams, welche zuletzt auch von der Steirischen Volkspartei unterstützt wurde, bezog Klar Stellung: „Es braucht eine ganz klare Linie. Ich bin für Religionsfreiheit, aber es darf daraus keine Bedrohung für unser friedliches, gesellschaftliches Zusammenleben entstehen. Wir bewegen uns jetzt in eine Richtung, wo es gefährlich wird, hier muss eine Grenze gezogen werden.“
Fazlić meint dazu: „Ein Verbot allein bricht keine patriarchalen Strukturen auf. Ich wünsche mir, dass wir den Weg der Bildung über die Schule als freien und sicheren Ort gehen.“ Zudem brauche es laut Fazlić auch eine klare Definition, was als politischer Islam gelte. Gmeiner unterstrich: „Nicht nur bei Jugendlichen, sondern gerade auch bei Eltern sehen wir, dass private Konflikte in die Schule hineingetragen werden.“ Auch sie bekräftigte daher, dass der politische Islam ein Problem im täglichen Miteinander sei: „Es ist Zeit, ganz klar zu sagen: hier ist eine Grenze erreicht.“




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